Friedrich II. von Preußen

Friedrich II von Preußen

Friedrich II von Preußen

Friedrich II. von Preußen, bekannt als Friedrich der Große, förderte den Bergbau und die Montanwirtschaft maßgeblich. 1768 überführte er den Kupferschieferbergbau im Mansfelder Land in landesherrlichen Besitz. Damit griff der preußische Staat direkt in einen der wichtigsten mitteldeutschen Erzbergbaubereiche ein. Kupfer, Silber und andere Metalle waren für Münzprägung, Militär, Verwaltung und Handel von großer Bedeutung. Reformen dieser Art trugen dazu bei, Preußen als europäische Großmacht zu festigen.
 
Friedrich wuchs unter einem Vater auf, der Härte, Gehorsam und militärische Männlichkeit brutal durchsetzte. Friedrichs musische, künstlerische und dichterische Interessen verachtete der Vater und demütigte seinen Sohn öffentlich. Schon zu Lebzeiten kursierten an europäischen Höfen Gerüchte über Friedrichs Beziehungen zu Männern. Friedrichs Gedichte und Briefe enthalten deutliche homoerotische Motive. Besonders eng war seine Beziehung zu Hans Hermann von Katte, mit dem er 1730 vor seinem Vater fliehen wollte. Der Plan scheiterte. Katte wurde auf Befehl Friedrich Wilhelms I. enthauptet, nachdem ein Kriegsgericht zunächst lebenslange Haft vorgesehen hatte. Friedrich musste die Hinrichtung mit ansehen.
 
Diese Erfahrung prägt viele Deutungen seines späteren Lebens. Seine Ehe mit Elisabeth Christine blieb distanziert und kinderlos. Am Hof von Sanssouci lebte Friedrich weitgehend ohne seine Ehefrau; seine engsten persönlichen Bindungen galten Männern. Zu seinem Umfeld gehörten Männer wie Michael Gabriel Fredersdorf, Friedrich Rudolf von Rothenburg, Claude Étienne Darget und Francesco Algarotti. In Briefen, Gedichten und zeitgenössischen Berichten erscheinen Nähe, Begehren, Spott, Eifersucht und erotische Anspielungen und weisen deutlich darauf hin, dass Friedrich Männer begehrte.


Porträt König Friedrich II.
Werkstatt Antoine Pesne
um 1750, Öl auf Leinwand
© Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte
Foto: Holger Vonderlind
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