Geschichte Prettau

Geschichte des Bergwerks Prettau

Kupferabbau im Mittelalter

Schon in der Bronzezeit vor über 4000 Jahren, so heißt es, soll in Prettau nach Kupfer gesucht worden sein. Ein so genanntes Lappenbeil aus jener Zeit, das den Überlieferungen zufolge 1864 im Bergwerk gefunden wurde, gilt als Indiz dafür. Bis heute sind die Fundumstände nicht restlos geklärt.

Die erste gesicherte Nachricht zur Bergbautätigkeit in Prettau stammt aus dem Jahr 1426, als zwei Büchsen aus „Tauferer Kupfer“ gegossen wurden. Jedoch eignete sich das hiesige Kupfer nicht besonders für den Kanonenguss. Seine außergewöhnliche Dehnbarkeit machte es vielmehr für die Draht- und Messingproduktion begehrenswert.

Wie andernorts auch begann der Abbau in Prettau dort, wo das Erz ausbiss, das heißt, an die Erdoberfläche trat. Hier war das in der Nähe des Rötkreuzes auf etwa 2000 m Meereshöhe der Fall. Die ein bis zehn Meter breiten Erzadern führen von dort etwa 550 m in die Tiefe. Zunächst genügte es Schächte anzufahren um die Adern zu erreichen, ab dem Ende des 15. Jahrhunderts mussten vom Berghang aus Stollen vorgetrieben werden. Ein solcher Vortrieb dauerte mitunter Jahrzehnte, bis die Adern erreicht werden konnten.

Im Laufe der Jahrhunderte wechselten sich die Gewerken, so werden die Bergwerksbetreiber genannt, ständig ab. Meist handelte es sich um Adelsfamilien, die das Abbaurecht vom Landesfürsten gegen Pachtzins erhielten. Die letzten Gewerken, die Grafen Enzenberg, mussten das Werk 1893 schließen, denn aus den USA importiertes Kupfer war konkurrenzlos billig. Es war jedoch nur eine vorübergehende Schließung, denn zwischen 1957 und 1971 wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Dann erfolgte aus ökologischen und ökonomischen Gründen die endgültige Schließung. Zuletzt arbeiteten noch 35 meist einheimische Knappen in den Stollen.
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