Wilder Westen

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Goldgräber in El Dorado, Californien

Der California Gold Rush begann 1848. In Coloma am South Fork des American River hatte James W. Marshall am 24. Januar Gold gefunden. Der Ort liegt im heutigen El Dorado County, dessen Name auf die ältere Legende des vergoldeten Landes verweist. Von dort aus entstanden in kurzer Zeit kamen Hunderttausende Menschen in den Westen und zahlreiche Camps, Siedlungen und Abbaustellen entstanden. Viele bestanden nur wenige Wochen oder Monate, andere entwickelten sich zu dauerhaften Orten.
 
In den Bergbaugebieten waren fast alle Männer: Für 1850 wird Kalifornien mit etwa zwölf Männern auf eine Frau beschrieben, mancherorts lag der Männeranteil bei 97 Prozent. Wo Frauen fast völlig fehlten, mussten Männer Alltag, Haushalt und Zusammenleben neu organisieren.
 
Zugleich fehlten in den frühen Lagern viele Instanzen, die anderswo über Moral und Sexualität wachten. Staatliche Gerichte, feste Kirchengemeinden und bürgerliche Familienordnung setzten sich erst allmählich durch. So entstanden Spielräume für geschlechtsüberschreitende Praktiken und intime Beziehungen zwischen Männern.
 
Briefe, Tagebücher und Reiseberichte schildern Männerhaushalte, gemeinsame Schlafplätze, Pflege, Kochen, Waschen und Nähen. Bei Festen tanzten Männer miteinander; manche übernahmen ausdrücklich „Damenrollen“. Mit Städten, Behörden, Pfarrgemeinden, Familien, Moralvereinen und Zeitungen wurden diese Freiräume später enger.


Goldgräber in El Dorado, Calfornien.
1848-1853
Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C.; LC-DIG-ds-04487
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