Erich Schnormeier

Erich Schnormeier

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​Erich Schnormeier wurde am 21. Oktober 1909 in Schwelentrup/Lippe geboren. Er lebte in Blomberg und arbeitete als Schuhmachermeister. In seinem Personalbogen aus dem Konzentrationslager Flossenbürg ist er als ledig, deutsch und evangelisch verzeichnet. In denselben Akten wird auch seine frühere Mitgliedschaft in der NSDAP von September 1930 bis Februar 1938 festgehalten. 

Am 17. Januar 1938 stellte die Gestapo Bielefeld einen Schutzhaftbefehl gegen Schnormeier aus. Begründet wurde er mit dem Verdacht, Schnormeier habe mit Männern „homosexuellen bzw. anormalen Geschlechtsverkehr“ gehabt. In seiner Vernehmung gab Schnormeier an, er habe mehrfach sexuelle Kontakte mit dem Kaufmann Paul Stumpf aus Blomberg gehabt. Zwischen August 1936 und Juni 1937 hätten sie sich mehrfach an abgelegenen Straßen und in Hauseingängen getroffen. Solche Aussagen sind mit Vorsicht zu behandeln, da sie aus einer Gestapo-Vernehmung stammen, möglicherweise unter Druck entstanden und nicht wie freiwillige Berichte zu lesen sind.  

Am 14. April 1938 wurde er wegen § 175 zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt. Nach dem Ende der Haft kam er nicht frei. Am 16. März 1939 wurde er in den „Erziehungsturm“ des Konzentrationslagers Sachsenhausen überstellt, am 7. Dezember 1939 in das KZ Flossenbürg. 

In einer Vernehmung gab Schnormeier an, er habe zwischen August 1936 und Juni 1937 mehrfach sexuelle Kontakte mit dem Kaufmann Paul Stumpf aus Blomberg gehabt. Solche Aussagen entstanden unter Bedingungen von Verhaftung, Gestapo-Ermittlung und Strafandrohung. Sie sind daher kein neutraler Bericht über private Beziehungen. Sie dokumentieren vor allem, wie die Behörden gleichgeschlechtliche Kontakte erfassten, bewerteten und für weitere Verfolgung nutzten. 

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Nach der Zuchthausstrafe wurde Schnormeier nicht entlassen, sondern zuerst in das KZ Sachsenhausen und später in das KZ Flossenbürg überstellt.  

Die SS sah in Flossenbürg aufgrund der großen Granitvorkommen einen geeigneten Standort für ein Konzentrationslager. Granit, ein sehr hartes und widerstandsfähiges Gestein, galt als besonders „deutsch“ und als ideales Baumaterial für das „tausendjährige Reich“, das errichtet werden sollte. Zu diesem Zweck wurden die Deutschen Erd- und Steinwerke (DESt) gegründet und eigene KZ-Steinbrücke angelegt. Dort wurden die Häftlinge zur Zwangsarbeit ausgenutzt, so auch Erich Schnormeier. 

Im November 1940 wurde Erich Schnormeier aus dem Konzentrationslager entlassen. Was später aus ihm wurde ist nicht überliefert, mit Ausnahme von nach 1945 entstandenen Entnazifizierungsakten. Wahrscheinlich hing dies mit seiner früheren NSDAP-Mitgliedschaft zusammen. 


Personalakte des Erich Schnormeier aus dem KZ Flossenbürg 
1939 
Arolsen Archives, 10996671 
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