Nianchchnum & Chnumhotep
Nianchchnum und Chnumhotep lebten im Alten Reich, vermutlich in der 5. Dynastie, und gehörten zum Umfeld des Königs. Beide trugen hohe Hofämter, darunter den Titel „Aufseher der königlichen Maniküre“. Dieses Amt brachte sie in unmittelbare Nähe zum Herrscher. Obwohl beide verheiratet waren und Kinder hatten, ließen sie sich gemeinsam in einer Mastaba in Sakkara bestatten.
Die Reliefs ihres Grabes zeigen beide Männer ungewöhnlich oft als Paar: nebeneinander sitzend, einander umarmend, Hand in Hand und mit sich berührenden Nasen. In der ägyptischen Bildsprache gehörten solche Gesten zu den stärksten Zeichen körperlicher Nähe, die sonst häufig Ehepaaren vorbehalten ist. Besonders die Nasenberührung erinnert an Darstellungen von Liebenden. Wie ihre Beziehung zu verstehen ist, bleibt in der Forschung umstritten. Vorgeschlagen wurden Deutungen als Brüder, Zwillinge, enge Gefährten oder Liebespaar.
Im Ägyptischen konnte sn sowohl „küssen“ als auch „riechen“ bedeuten. Die sich berührenden Nasen von Nianchchnum und Chnumhotep verweisen deshalb auf besondere Nähe, Atem und körperliche Verbundenheit.
Nianchchnum und Chnumhotep
Detail des Wandreliefs in der Felskammer, Westwand, Südteil, Mitte.
Aus: Dissertation von Ahmed M. Moussa und Hartwig Altmüller: 'Das Grab des N. und C.', Mainz, 1977.