Geschichte

Das Erzlager des Südtiroler Schneeberges zieht sich in einer Meereshöhe von 2.000 bis 2.500 m durch den Bergkamm, der das Ridnauntal vom Passeiertal trennt. Die eigentlichen Anfänge dieses mit mehreren Superlativen bedachten Bergbaues liegen im Dunkeln. Die erste schriftliche Erwähnung des "argentum bonum de sneberch", des guten Silbers vom Schneeberg, reicht auf das Jahr 1237 zurück. Mit diesem Feinsilber prägten schon die Tiroler Grafen bei Meran den Tiroler Adlergroschen.

Die größte Blüte erlebte der Schneeberg um 1500. An die 1000 Knappen schürften bereits in 70 Stollen nach Silber und Blei. Es entstand die Knappensiedlung St. Martin am Schneeberg auf 2.355 m Meereshöhe. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen im höchstgelegenen Bergwerk Europas waren unvorstellbar hart und während des langen Winters äußerst gefährlich. Unsere Führungen und Exkursionen vermitteln einen tiefen Eindruck darüber.
Es war damals die "Silberne Zeit" Triols. Silber hatte einen hohen Wert. Die Tiroler Landesfürsten, die Fürstbischöfe und zahlreiche Gewerkenfamilien gelangten zu großem Reichtum, und die Knappen sollen sogar silberne Schuhnägel getragen haben. Auch das bedeutende Handelsgeschlecht der Fugger ließ sich wegen des blühenden Erzhandels in der Berggerichtsstadt Sterzing nieder. Ausdruck des Geldsegens der damaligen Zeit sind unter anderem die große Hallenkirche und die schmucken Häuser der Fuggerstadt Sterzing sowie die Knappenkirche St. Magdalena in Ridnaun.

Das Haupterz des Schneeberges war allerdings nicht Blei und Silber, sondern Zinkblende. Das k.k. Montan-Ärar begann mit ihrem Abbau erst ab 1870, da man sie in früheren Jahrhunderten kaum verwerten konnte. Der Schneeberg stieg zum ersten Bergwerk Tirols und zu einem der bedeutendsten Europas auf.
In Maiern, im Talschluss von Ridnaun, entstand neben mehreren Knappenwohnhäusern und Werkstätten eine große Erzaufbereitungsanlage, um das Zink vom tauben Gestein ausscheiden zu können. Sie ist in den 20er Jahren auf den neuesten Stand der Technik, dem Flotationsverfahren, umgebaut worden und ist für die interessierten Besucher heute noch nahezu funktionstüchtig erhalten.

Wegen eines Großbrandes in St. Martin am Schneeberg, wohnten alle Bergleute ab 1967 bei der Erzaufbereitung in Ridnaun. Sie konnten mit einer Schwebebahn bis auf Höhe 2.000 hochfahren und anschließend mit der Grubenbahn durch den Poschhausstollen zum Erzlager vorstoßen. Leben und Arbeit wurde somit wesentlich angenehmer. Leider aber hatte die allgemeine europäische Bergbaukrise bald auch den Schneeberg erfasst. Die Schließung des Bergwerkes erfolgte im Mai 1985. Rund 800 Jahre Bergbau gingen damit zu Ende.  Schon bald darauf wurden erste Initiativen ergriffen, das Bergwerk Schneeberg zum Besucherbergwerk auszubauen. Einmalig viele Bergwerksanlagen wurden dadurch zum Teil sogar funktionstüchtig der Nachwelt erhalten.

Der Transport der Erze stellte die Bergbauunternehmer seit jeher immer wieder vor neue Herausforderungen. Jahrhunderte hindurch wurde das Erz in Säcke gefüllt und mit Pferden ins Tal gesäumt, um es anschließend in Karren weitertransportieren zu können. 1871 wurde dann die vielleicht weltweit größte Erz-Übertage-Förderanlage auf Schienen gebaut. Dieses bestaunenswerte kühne Bodendenkmal besteht aus steilen Bremsbergen und fast eben verlaufenden Pferdebahnstrecken und ist noch erstaunlich gut erhalten.
1925 schritt man schließlich zum Bau einer Materialseilbahn, womit man nun das ganze Jahr über Erz zur Aufbereitungsanlage nach Maiern transportieren konnte.

 
 
 
 
 

     Mai 2017     
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
1
2
3
4

Alle Veranstaltungen
Erlebnis 
Führung 
Wanderbus 


© 2006 Südtiroler Bergbaumuseen Impressum produced byZeppelin Group - Online Marketing – Italien - Südtirol