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Das Bergwerk am Rettenbach
Am Rötbach („Rettenbach“) wurde seit etwa 1400 Kupfererz abgebaut, das im Ahrntal verhüttet wurde. Die durchschnittliche Jahresproduktion an Kupfer lag zwischen 56 und 84 Tonnen. Das Kupfer war sehr dehnbar  und vor allem für die Drahtproduktion geeignet. Im  Jahre 1893 wurde der Bergwerksbetrieb eingestellt, die Wiederaufnahme des Bergbaus im 20. Jahrhundert war nur von kurzer Dauer (1957-1971).
Der Abbau begann einst in der Nähe des Rötkreuzes auf einer Höhe von fast 2100 m. Zunächst wurden die wie schmale Bänder im Berg stehenden Erzadern über Schächte angefahren, bis man gegen Ende des 15. Jahrhunderts vom Berghang aus Stollen vortrieb, vor allem um das Wasser aus dem Innern des Berges ableiten zu können. Im Laufe der Zeit erschöpften sich die Erzlager im oberen Bergbereich und die Gewerken sahen sich gezwungen, auch die tiefer gelegenen qualitativ schlechteren Erze der Lagerstätte abzubauen. Zu diesem Zwecke wurden die jüngeren Stollen näher zur Talsohle hin angelegt. Der unterste Stollen, der St. Ignaz-Erbstollen bildet das Bergbaumuseum Prettau, das Teil des Südtiroler Bergbaumuseums ist.
Ausgangspunkt des Lehrpfades ist der auf 1500 m gelegene Ignaz Stollen. Der beschilderte Knappenweg führt an den einzelnen Mundlöchern der Stollen entlang hoch bis zum Ausbiss des Erzes in der Nähe des Rötkreuzes. Der Weg nach oben führt den Wanderer zurück in die Vergangenheit bis zu den Anfängen des Bergbaus in Prettau.
Der St. Ignaz- Erbstollen als Schaustollen
In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Erbstollen zum Schaustollen ausgebaut. Die alte Grubenbahn wurde erneuert, sodass die Besucher auf zwei Mannschaftswaggons einfahren können. In der Nähe des Grubenbahnhofes befindet sich in einem etwas größeren Hohlraum die alte Seilwinde aus den 60er Jahren, mit der die Förderkörbe aus dem Erzherzog-Johann-Schacht gehievt wurden, der mit seiner Tiefe von fast 90m die unter der Sohle des Ignazstollens befindlichen Erzlager erschließt. Der Schacht wurde nach 1830 abgetäuft. Heute steht er zur Hälfte unter Wasser.
An der Seilwinde versammeln sich die Besucher und bekommen über Bildschirm die ersten Informationen über das Kupferbergwerk Prettau, bevor sie sich unter fachkundiger Führung auf zwei kurze Rundgänge machen, von denen einer (250m lang) auf der Sohle des Ignazstollens verläuft, während der andere (80m lang) auf die so genannte Sechsersohle hinunterführt, wo noch im 20. Jahrhundert Erz abgebaut wurde. Auf einer Schautafel direkt vor dem Abstieg zur Sechsersohle ist die innere Struktur des Bergwerks dargestellt, an der erklärt wird, wie der Bergwerkbetrieb einst funktioniert hat. An mehreren Stellen auf den Rundgängen sind Inszenierungen platziert, die die Bergarbeit darstellen und verstehen helfen.
Die Zementkupferanlage
Für Bergbaumuseen einmalig ist die heute noch aktive Anlage, mit der den Grubenwässern das Zementkupfer entzogen wird. Die Anlage besteht aus mehreren Holzrinnen, durch die das Wasser geleitet wird, das durch die noch vorhandenen Erzlager gesickert ist und dabei Kupfer und Schwefel ausgelaugt hat. In dieses Wasser wird Alteisen eingelegt, mit deren Hilfe das Kupfer ausgefällt wird. Bei der stattfindenden Reaktion wird das Eisen aufgelöst, das Kupfer wird aber dem Wasser entzogen. Der dabei entstehende Schlamm enthält ca. 70% Kupfer und wird Zement-oder Schlammkupfer genannt. Der Schlamm lagert sich in kleinen Klärbecken ab, die zwischen den Rinnen angeordnet sind. In Prettau wird seit dem Jahre 1561 Zementkupfer gewonnen. Dieser so genannte biohydrometallurgische Abbau ist als alternative Gewinnungsmethode in Bergwerken anwendbar, in denen traditioneller Abbau nicht mehr rentabel ist.

 
 
 
 
 

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