Geschichte

Im Jahr 1426 wurde das so genannte "Tauferer Kupfer" erstmals erwähnt. Ca. 500 Jahre lang wurde im Kupferbergwerk Erz gewonnen. 1893 wurde das Bergwerk geschlossen, weil damals Billigkupfer aus Amerika importiert wurde, da man es dort im Tagebau gewinnen konnte. Zwischen 1957 und 1971 wurde der Betrieb in Prettau wieder aufgenommen, aber dann aus ökologischen- und ökonomischen Gründen wieder geschlossen. 35 Knappen - meist Einheimische- haben zuletzt noch gearbeitet. Seit 1996 ist das Bergwerk in der Zeit von April bis Oktober für Besucher zugänglich.

Die Anfänge
Das Kupferbergwerk in der Nähe vom Rötbach war wahrscheinlich schon in der Bronzezeit in Betrieb. Indiz dafür ist eine Streitaxt aus Bronze, die man 1864 im Bergwerk fand. Sie soll aus der Zeit zwischen 1300 und 1000 v. Chr. stammen.
Die erste geschichtliche Erwähnung des Prettauer Bergwerkes war im Jahre 1426. Es sollten für den Landesfürsten Friedrich IV (Friedl mit der leeren Tasche) zwei Büchsen gegossen werden, die für die Belagerung der Burg Greifenstein eingesetzt wurden.
Der Abbau begann immer dort wo das Erz ausbiss, das heißt, an die Erdoberfläche reichte. In Prettau geschah dies in der Nähe des Rötkreuzes auf etwa 2000 Meter Meereshöhe. Die ein bis zehn Meter breiten Erzadern führen von hier ca. 550 Meter in die Tiefe. Die Stollen, die zu den Erzgängen gelangen, werden umso länger, je mehr man sich der Talsohle nähert. Das Erz enthält im Durchschnitt nur einen geringen Prozentsatz an Kupfer. Jedoch ist das
Kupfer sehr dehnbar und war besonders bei der Herstellung von feinen Drähten und der Messingproduktion gerne verwendet. Wahrscheinlich war diese gute Qualität ausschlaggebend dafür, dass das Bergwerk Prettau im Jahre 1479 auf Druck des großen Bergwerkes von Schwaz geschlossen wurde. Im Jahre 1485 verkauften die Gewerken das Bergwerk an den Landesfürsten.


Die Gewerken
Die ersten Gewerken des Prettauer Bergwerkes sind nicht bekannt. Aber wahrscheinlich war es in Prettau so wie auch anderswo: die Menschen aus der Umgebung investierten in den Bergbau, dann kamen Gewerken anderer Bergwerke mit umfangreicheren finanziellen Mitteln. Die ersten Gewerkennamen wurden uns im Zusammenhang mit dem Verkauf des Werkes 1485 bekannt. Die zweifellos bedeutendsten Gewerken war die Familie der Freiherren von
Welsperg, die ab 1504 Gewerken waren. Der letzte Vertreter seiner Familie, Karl von Welsperg, starb 1562 als reicher Mann ohne Nachkommen, sodass das Bergwerk an seine zwei Schwestern fiel. Geführt wurde es dann von der Familie von WolkensteinRodenegg. Um derKrise in vielen Tiroler Bergwerken entgegenzuwirken forcierten sie die Kupfervitriolherstellung und bauten ein neues Pochwerk, das die Erzaufbereitung verbesserte. Damit hatten sie auch
Erfolg.Aber je näher es auf den Dreißigjährigen Krieg zuging, umso mehr wurde auch das Prettauer Bergwerk in die Wirtschaftskrise hineingezogen. Zunächst wirkte sich das eigene Lohnsystem einigermaßen mildernd aus, d.h. Löhne und Pfennwerte (=Naturallohn) blieben über einen langen Zeitraum gleich. Jedoch gerieten die Gewerken immer mehr in Verzug mit den Pfennwertlieferungen an die Arbeiter und mit den Abschlagzahlungen an die Kammer zu Innsbruck. Nach mehreren glücklosen Besitzern wurde das Bergwerk 1676 zur Hälfte an den
späteren Freiherren von Sternbach und zur anderen Hälfte an den späteren Graf von Tannenberg verkauft. Es kam zu einem Aufschwung des Werkes. Sehr bemerkenswert war der Versuch die Lebensmittelproduktion im Tal zu intensivieren, um, soweit möglich, autark zu werden. Dazu wurden Höfe angekauft und zur Pacht freigegeben. Die Aufgabe der Pächter war
es Korn, Fleisch und andere Pfennwerte herzustellen. 1831 ging das Bergwerk teils durch Erbschaft, teils durch Ablösung in den Besitz des Grafen
Enzenberg über. Doch war den Grafen Enzenberg kein Glück beschert. Das Schmelzwerk in Arzbach (St. Johann) wurde übermurt. Zwar wurde in Prettau ein neues Schmelzwerk gebaut, aber das Bergwerk war nicht mehr zu retten und wurde 1893 geschlossen.
Im Jahr 1893 ging in Prettau eine 500jährige Bergbautradition zu Ende.


1957 wurde der Abbau zwar noch einmal aktiviert, 1971 aber endgültig aufgegeben.  1996 konnte das Museum seine Tore für die Besucher öffnen.
Im Herbst 2000 kam das Bergbaumuseum im Kornkasten Steinhaus dazu, der von der Gemeinde Ahrntal angekauft wurde.
Das Schaubergwerk in Prettau und das Bergbaumuseum im Kornkasten ergänzen sich gegenseitig. Im Besucherstollen können alle Interessierten die schwierigen Arbeitsbedingungen der Knappen unter Tage nacherleben; im Kornkasten wird ein Teil der wertvollen und umfangreichen Bergbausammlung des Grafen Enzenberg zur Schau gestellt.

 
 
 
 
 

     April 2017     
Mo Di Mi Do Fr Sa So
27
28
29
30
31
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30

Alle Veranstaltungen
Erlebnis 
Führung 
Wanderbus 


© 2006 Südtiroler Bergbaumuseen Impressum produced byZeppelin Group - Online Marketing – Italien - Südtirol